Logo

Studie 2016/17:

KiMiss-Studie 2016/17

Eltern-Kind-Entfremdung

Der Grad (die Wahrscheinlichkeit) von Eltern-Kind-Entfremdung in Abhängigkeit der Beziehungszeit lässt sich schätzen aus den Angaben der Eltern zu den beiden Fragen 1) "Wie stark ist ihr Kind von Ihnen entfremdet" und 2) "Wieviel Prozent der Jahreszeit verbringen Sie mit ihrem Kind". Die Analyse zeigt auf, in welchem Ausmaß Eltern-Kind-Entfremdung mit fehlender Beziehungszeit korreliert:
Grafik: Entfremdung in Abhängigkeit von Beziehungszeit
Aus dieser Analyse gehen die drei praktisch relevanten Eckpunkte hervor:
  1. Die den Eltern und den Kindern zur Verfügung stehende Beziehungszeit darf einen Umfang von 16% der Jahreszeit nicht unterschreiten. Unterhalb eines Umfangs von 16% der Jahreszeit ist die Wahrscheinlichkeit von Eltern-Kind-Entfremdung größer als die Wahrscheinlichkeit von Nicht-Entfremdung, was ein inakzeptables Risiko darstellt.
  2. Die 'Standard-Umgangsregelung' (14-tägiges Wochenende + hälftige Ferien) entspricht einer Beziehungszeit von ca. 30% der Jahreszeit und ist mit einer Entfremdungs-Wahrscheinlichkeit von (ebenfalls) 30% assoziiert. Dies stellt immer noch ein substanzielles Risiko dar, so dass die als 'Standard' geltende Umgangsregelung von 30% der Jahreszeit als eine Art Minimum formuliert werden muss.
  3. Selbst bei einer vollständig balancierten Betreuung von Kindern durch beide Elternteile (z. B. Wechselmodell) ist noch eine Art Basis-Risiko von 10% Entfremdung zu erwarten. Dieses lässt sich in zweifacher Weise interpretieren: 1) Im Sinne einer Entfremdungs-Wahrscheinlichkeit: unter einer balancierten Betreuung von Kindern ist damit zu rechnen, dass Eltern-Kind-Entfremdung bei einem von zehn Fällen auftritt. 2) Im Sinne eines Entfremdungs-Grades: unter einer balancierten Betreuung von Kindern berichten die Eltern einen Entfremdungsgrad von durchschnittlich 10%.
Zum vollständigen Bericht gelangen Sie hier.
Verwandte Themen: